Damit ist gleichzeitig für
diese acht Wochen ein Familienaufenthalt verbunden“, fasst Dr.
med. Hel- mut Wrede (68) seine Eindrücke zusammen.
Bereits gute Erfahrungen vor
Ort in Herford sammelte der Leiter des Haupt- und Personalamtes
der Stadt Herford, Richard Rönn (47): „Mein Ziel war, die
Praktikanten der vergangenen sechs Jahre, die in der
Stadtverwaltung hospitierten, vor Ort in Luzk wiederzusehen.
Mir war es wichtig, die
Familien der jungen Menschen und deren Lebenssituation kennen
zulernen und zu vertiefen. Ich bin beeindruckt von der
Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Studierenden, die trotz Prüfungsstress
zu Gesprächen und Unternehmungen Zeit fanden“.
„Wir haben viel gesehen und
zahlreiche interessante Gespräche geführt sowie die
Freundlichkeit der Menschen erlebt“, fasst Schatzmeister Hans
Prüsner (78), seine Eindrücke der jüngsten Reise mit 36
Reiseteilnehmer in die Ukraine zusammen.
Er sei bereits sieben Mal in
Luzk gewesen, erzählt er und bemerkt wie zügig sich die
Ukraine entwick- elt. Er habe erstmals in Luzk in einer Pizzeria
eine Pizza essen können. Auch das wirtschaftliche Leb- en komme
gut voran wie das bei zahlreichen neuen und modernisierten Geschäften
und der Gastro- nomie zu beobachten sei, stellt Prüsner fest.
Der Bad
Salzufler Horst Garthoff (50) besucht bereits seit dem Jahre
2000 jährlich die Stadt Luzk und ist seither für unseren
regelmäßiger Quartiergeber für Studierende der vier Lutzker
Universitäten sowie für Musiker, Wissenschaftler,
Hochschullehrer und Offizielle des Regierungsbezirkes Wolhynien.
Ihm sei
aufgefallen, dass sich der öffentliche Personennahverkehr seit
Jahren vorbildlich entwickelt habe. Zum veralteten städtischen
O-Bussystem komme ein dichtes Netzwerk von Sammeltaxis, im
Volksmund „Marschroutka“ genannt, hinzu.
Das
vorwiegend privat organisierte Sammeltaxi-System werde in der
Zeit zwischen 5 Uhr morgens bis 2 Uhr nach Mitternacht, jeweils
nach Bedarf, von der Bevölkerung gut genutzt. Es bediene auch
klein- ere Städte der Umgebung. Eine Fahrt koste pauschal 1
Hrivna (15 Eurocent). Das sei zwar doppelt so teuer wie die
O-Busse, doch werde es sehr gut angenommen.
Diese „Marschroutkas“
seien oft gebrauchte Kleinbusse aus Deutschland und versehen in
Luzk ihren wichtigen Dienst. Rasant entwickelt sich die
Computerisierung in der Ukraine. Nahezu als selbstver- ständlich
sei in der Ukraine mittlerweile die Handynutzung und das
funktioniere prima, stellt Horst Garthoff bei seinen
Beobachtungen fest.
Doch was
besonders beeindruckte sei die großartige Gastfreundschaft der
Menschen in der Ukraine gewesen, so das Urteil der meisten
Reiseteilnehmer.
Erstmals
besuchte Christa Hartmann (60) aus Lemgo die ukrainische Stadt
Luzk und fasst ihre Ein- drücke mit den Worten zusammen: „Vor
der Fahrt konnte ich die Arbeit des Vereins Brückenschlag nicht
einschätzen. Jetzt bin ich gerührt von der Begegnung mit den
jungen Studierenden in Luzk.
Die Idee
der Vermittlung von Praktikumstellen für rund 20 Studierende in
Ostwestfalen-Lippe, jährlich für zwei Monate im Jahr, halte
ich für so gut, dass ich das künftig auch mit unterstützen
werde. Gerade junge qualifizierte Menschen können die
wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes voranbringen und so
hoffe ich, dass dieser Austausch weiter Früchte trägt“.
Auch
Herbert Friedrich (74) aus Bad Salzuflen, der bereits zweimal
zwei Studierende aufgenommen hatte, jetzt erstmals seine früheren
Praktikanten besuchte, zieht eine positive Bilanz mit den Wort-
en: „Die Reise war gut organisiert, informativ und für mich
sehr lehrreich. Die Arbeit des Vereins Brückenschlag ist ein
sehr effektiver Beitrag zur Völkerverständigung. Man kommt in
ein Land, wo man willkommen ist. Das war für mich schon diese
Reise wert“.
Auch
Privatinitiativen schließen sich dieser Hilfe an. So kümmert
sich Vereinsmitglied Margarete Parziak, seit Jahren um bessere
Lebensbedingungen für Kinder in einem Lutzker Kinderheim.
Entweder durch mitgebrachte Spenden oder mit zuvor in ihrer
Heimatstadt gesammelte Geldbeträge, um beim Besuch die
Heimkinder in Lutzk mit dem Kauf von Schuhen oder individuell
notwendiger Bekleidung zu unterstützen.
Vereinsvorsitzender
Professor Karl-Hermann Krog würdigt ihre Arbeit als die einer
„barmherzigen Sam- ariterin“ und das als positiven Beitrag
der Hilfe für Luzk.
Unser
Verein unterstützt seit mehr als zehn Jahren in der Ukraine öffentliche
Einrichtungen wie Krank- enhäuser, soziale Einrichtungen sowie
Schulen und Universitäten mit Hilfsgütern wie vor Kurzem durch
dem 91. LKW-Transport mit dringend benötigter Ausrüstung für
das Lutzker Krankenhaus.
Zirka
eintausend getragene Brillen brachte Helmut Krampe (79) aus
Vlotho dem Präsidenten des Ver- bandes der Invaliden und
Veteranen in Luzk, Nicolai Kapitonenko, mit. Diese waren zuvor
von Opti- kern aus Lage gesammelt worden.
Die
Reisegruppe teilt sich in diesem Jahr auf. Da ist zunächst die
offizielle Delegation. Diese wählt zirka 20 Studierenden für
ein 8-wöchiges Praktikum bei Unternehmen in Ostwestfalen aus,
die im Herbst für Praktikantenplätze eingeladen werden.
Daneben
sind weitere praktische Hilfeleistungen abzuklären. In den
modernen Reisebus mit einge- stiegen sind frühere
Gastgeberfamilien für die ausgewählten Lutzker Studierende und
Interessierte, die im Verein Brückenschlag künftig aktiv
mitmachen wollen.
Insgesamt
startet die Fahrt unter besten Rahmenbedingungen. Der starke
Regen vom Vortag hat sich verzogen. Wir erleben einen
Bilderbuchsonnenaufgang. Zunächst wird das Reisegepäck der
fast vollzählig erschienenen 36 Reiseteilnehmer verstaut,
ebenso das zusätzlich Gepäck von Hilfsgütern für die von
einzelnen Reiseteilnehmern betreuten Institutionen am
Zielort.
Bevor es
vom Hof Krog auf die Autobahn geht, werden noch vier Mitreisende
am Bad Salzufler Bahn- hof an Bord genommen. Zunächst fährt um
Heinrich Niemeier bis zur Autobahnraststätte Helmstedt-
Marienborn“. Hier erfolgt der Fahrerwechsel. Denn ist Wilhelm
Zwick unser ständiger Begleiter.
Er erweist
sich als umsichtiger Steuermann während der manchmal holprigen
Straßenverhältnisse. Zum gut 1.450 Kilometer entfernten
Zielort Luzk kommen noch viele Kilometer für Fahrten in der
Ukraine hinzu, so dass bei der Rückkehr am Pfingstsonntag rund
4.000 Kilometer auf dem Tacho abgelesen werden
Reiseleiter
Karl-Hermann Krog stellt auf der Fahrt die unterschiedlichen
Teilnehmer vor. Die Reise- gruppe wird unterwegs vom stellv.
Vorsitzenden Manfred Möller und weiterer Mitreisenden,
sachkundig über Geschichte und Land und Leute informiert.
Bereits
seit 1993 bestehen regelmäßig Kontakte zur Ukraine. Der Verein
Brückenschlag Ukraine ent- stand aus einer Initiativ der
Arbeitsgruppe Ukraine Bad Salzuflen im Bezirksverband deutscher
Sol- daten Detmold
Aus der
leidvollen Gegebenheit, des zweiten Weltkrieges, standen sich
hier in dem Gebiet der West- Ukraine viele Soldaten
verschiedener Nationen „feindlich“ gegenüber. Vom
ukrainischen Journalisten Wolodymyr Schewtschuk war zunächst
die Errichtung einer Gedenkstätte in Kovel für die im Krieg
gefallenen Soldaten angeregt worden.
Daraus
entstand dann schließlich unter Mithilfe unseres Vereins
Brückenschlag Ukraine die Gedenk- stätte Kovel. Unter
intensiver Mitwirkung ihres Gründungsvorsitzenden, Prof. h.c.
Karl-Hermann Krog
Zur
Einreise in Polen müssen wir für unseren modernen und
klimatisierten Reisebus mit komfortabler Sitzecke hinten erst
einmal eine Durchfahrvignetteerwerben. Zusätzlich fällt für
jeden Reiseteilnehmer eine Einreisesteuer von 220 Euro an.
In Polen
fahren wir nach kurzer Fahrt über Landstraßen auf einem modern
ausgebauten Autobahnab- schnitt der A 4. Dieser wurde aus
EU-Mitteln finanziert. Teilweise wird an einzelnen
Streckenabschnit- ten noch gearbeitet, wo wir zusätzlich Maut
bezahlen müssen.
Abends
erreichen wir Krakau. Hier übernachten wir. Am nächsten Tag
sehen wir uns die ehemalige Bi- schofsstadt auf dem Schlossberg
an. Ebenso die gotische Kirche und weitere kulturelle Schätze.
Auf der Fahrt in die Ukraine begleitet uns Bogdahn, ein Student,
der für zweieinhalb Jahre an der Fach- hochschule Lippe
studierte. Er will jetzt nach Hause zurückkehren.
Nach
ausgiebigem Frühstück führt uns Fremdenführerin Margarete
durch die Stadt. Dazu fahren wir auf den Wawelberg, wo ein großer
Busparkplatz eingerichtet ist. Unterwegs gibt Sie uns einen Überblick
der polnischen Geschichte.
Sie
bezeichnet Krakau als die ehemalige Hauptstadt Polens, bevor später
Warschau diese Funktion übernimmt. Als Hauptstadt diente Krakau
gut 600 Jahre, im 11. bis 17. Jahrhundert. Die Bedeutung einer
Hauptstadt erlangte Krakau durch die mittelalterlichen
Handelswege durch die Bodenschätze Bernstein, Salbei und
Salz.
Eine enge
Beziehung besteht während dieser Zeit zwischen Krakau und Nürnberg.
Daran erinnern noch heute zahlreiche Zeugnisse. Zudem kann sich
Krakau als die älteste Hochschule Polens rühmen. Im 2.
Weltkrieg blieb Krakau von Kriegsschäden verschont. Das beruhte
auf der engen Verbindung zu Nürnberg, dem tiefdeutschen
Ursprung Krakaus.
Heute zählt
Krakau rund 800.000 Einwohner. Zudem verfügt die alte ehrwürdige
Stadt über 17 Hoch- schulen, 11 städtische und 6 private.
Insgesamt prägen 125 Gotteshäuser das Stadtbild, auch viele
kleine schmucke Gassen, umgeben von einem Grüngürtel mit
reichlich Baumbestand und schönen Gehwegen.
Auf dem
„Wawelberg“ werden die historische Kathedrale sowie das
dahinter befindliche Königsschloss besucht. Als besonders
bedeutsam wird uns in der Kathedrale die „Sigismundglocke“
nahegebracht, die von einem Nürnberger Künstler geschaffen
worden ist. Die Glocke soll toll klingen, vermittelt unsere
Stadtführerin. Deren Berührung soll Glück bringen.
Ohne
Schwierigkeiten erledigen wir die Grenzabfertigung. Diese ist
nach üblichen Formalitäten res- pektvoll und freundlich. Am
Grenzposten auf ukrainischer Seite erwartet uns bereits unser künftiger
Begleiter und Übersetzer, Vereinsmitglied und Freund, Alexander
Mitschuk. Er wird später in Luzk vom Vorstand zum Ehrenmitglied
ernannt.
Er begrüßt
uns mit einem „Herzlich Willkommen in Wolhynien“ und überreicht
uns wenig später ge- meinsam mit zwei jungen Begleiterinnen
einen bunt dekorierten Brotlaib mit Salz als typisches Be- grüßungssymbol.
Zum Willkommensgruß gehört ein gesanglicher Vortrag eines
ukrainischen Volks- liedes. Dann stimmen wir gemeinsam auf
Deutsch in das Volkslied „Kein schöner Land“ ein.
So werden
wir kulturell wie allgemein auf den Ukrainebesuch eingestimmt.
Unser Begleiter informiert uns zunächst allgemein. So
beinhaltet der wirtschaftliche Aufschwung die Fertigung von
Autozuliefer- teilen für den LADA.
Das Land
kann auf eine gut ausgebildete Arbeiterschicht verweisen. Das
sei für ausländische Inves- toren interessant. Zugleich biete
diese Entwicklung für junge Menschen gute Chancen für ihre
Zukunft aufgrund beruflicher Perspektiven. Die jungen Menschen
hoffen, dass der aktuell vorhandene politi- sche Zwiespalt rasch
beendet werde.
Beide
Lager sollen nicht kaputtmachen was bislang an Fortschritt
erreicht wurde. Der politische Richt- ungsstreit müsse
innerhalb der Bevölkerung beendet werden. Zwischen der West-
und der Ostukraine gehen sonst Chancen verloren. Lange Zeit
waren die Menschen der Hoffnungslosigkeit ausgeliefert.
Die
sozialen Systeme befinden sich noch im Aufbau. Was gut voran
gekommen ist, sei das Bildungs- wesen. Dieses entwickelte sich
von einst 7.000 Studenten auf rund 17.000 Studierende.
Gleichzeitig geht damit eine Vielfalt von Studienmöglichkeiten
einher. Luzk verfügt über 26 Schulen, mehreren Universitäten
und sechs Studentenheimen.
Beim Blick
in die Natur in eine beeindruckende Kastanienblüte zu sehen.
Der erste Eindruck vom Stadtbild wird von der Vielzahl an Banken
geprägt. Das sind vorwiegend ausländische Institute in
Konkurrenz zur staatlichen Sparbank und den Volksbanken. Der Bürgermeister
von Luzk, Bogdan Shyba, ist in Bad Salzuflen kein Unbekannter.
Er arbeitete dort für einige Zeit in einem Architek- turbüro.
Die
ehemals evangelische Kirche der wolhynien-deutschen Christen von
Lutzk ist wegen rückläufiger Gemeindemitglieder von der
baptistischen Gemeinde übernommen worden.
Wir
besuchen das weitgehend restaurierte Lutzker Schloss und schauen
uns dort interessiert um. Danach schauen wir beim Ort Pawliwka
vorbei, das sein 600-jähriges Bestehen feiert. Der Ort liegt
zirka 80 Kilometer von Luzk hin zur polnischen Grenze
entfernt.
Bevor wir
uns unter die große Festgemeinde mischen besuchen wir das nahe
gelegene polnisch-ukrai- nische Mahnmal, das hier zur Versöhnung
beider Völker errichtet wurde. Die Teilnahme am Fest ist ein
neues Erlebnis.
Während
der offiziellen Reden werden die heimische Kultur sowie die
kirchlichen Verschiedenheiten bis hin zu den vorhandenen Flüssen,
Wäldern und der Geschichte sowie christliche Gebote zu Liebe
und Glaube hervorgehoben, die jedoch durch all die Kriege nie
vernichtet werden konnten.
Beide
Dorfpfarrer würdigen daher die Dorfgemeinschaft, Kindergruppen
und Musikvereine sowie ein- zelne junge Menschen als
„Botschafter“ der Ökumene. Und das vor allem wegen des
gemeinsamen Miteinanders, trotz ihrer Unterschiedlichkeiten
innerhalb des Ortes, wie uns Alexander Mitschuk über- setzt.
Anschließend
fahren wird zum Kloster Symne. Das Kloster entstand um 988 und
wurde im Jahre 1001 auf dem örtlichen Berg als Winterhaus
errichtet. Bis zum Jahre 1892 galt es als Männerkloster. In der
Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde es zu einem
Frauenkloster. Heute leben hier 40 Frauen, junge wie ältere.
Während
der Zeit der Sowjetunion diente das Kloster für das Abstellen
von landwirtschaftlichen Ge- räten für die heimische
Landwirtschaft. Inzwischen ist das Kloster weitgehend
restauriert worden. Dazu steuerte unser Verein Hilfsgütern bei,
Fenster und Türen. Deshalb konnte unser Besuch an einem
Sonntagnachmittag erfolgen.
Bei der Übernahme
im Jahre 1991 glich das Kloster einer Ruine und musste von Grund
auf restauriert werden. Gut 16 Jahre wurde Wiederaufbau
geleistet. Im Jahre 2001 wurde das 1.000-jährige Bestehen im würdigen
Rahmen gefeiert, wird uns erzählt.
Ein
weiterer Tagesausflug gilt der Stadt Lemberg. Dort leben derzeit
rund 555.000 Menschen. Die Stadt galt in der Region über
Jahrhunderte als wichtiger Handels- und Verkehrsmittelpunkt.
Sehens- werte Kulturdenkmäler prägen das Stadtbild und weisen
auf eine interessante kulturelle Geschichte hin, eingeschlossen
auch zahlreiche Bildungseinrichtungen.
Besucht
wird die Kreisstadt Kovel. Zunächst fahren wir zum Denkmal des
patriotischen ukrainischen Dichters Taras Schewtschenko. Er
lebte von 1814 bis 1861. Im Jahre 1991 wurde das Denkmal
errichtet, auf einem Gelände, das die Stadt Kovel eigens dafür
zur Verfügung stellte.
Im Rathaus
von Kovel empfängt uns der kürzlich neu gewählten Bürgermeister
Sergej Kosharuk. Ge- meinsam erfolgt am Mahnmal der gefallenen
Soldaten aller beteiligten Nationen, Ukrainer – Polen – Russen
– Bulgaren – Österreicher und Deutscher, eine
Kranzniederlegung.
Das
Mahnmal, das im Jahre 1996 offiziell eingeweiht wurde, ist dem
Andenken an die Gefallenen im Krieg und der durch Gewalt in den
Lagern des Bezirks Wolhynien Umgekommenen gewidmet. „Wir sind
hier heute als Kameraden und Freunde zusammengekommen, um der
Verstorbenen zu gedenken und einen Kranz niederzulegen“, sagte
Professor Karl-Hermann Krog. Der Preis der heutigen
Freundschaften stehe zu den mehr als 50 Millionen Toten in
Europa durch den 2.ten Weltkrieg in keinem Verhältnis, fügt er
hinzu.
18
Architekten beteiligten sich an einem Wettbewerb für das
Mahnmal. Es soll als Symbol der Ver- ständigung und Versöhnung
dienen und zugleich auch eine Mahnung sein.
Aus
einstigen Gegnern seien heute Freunde geworden, betont der
ukrainische Veteran Nicolai Kapito- nenko. Er hebt die elf Jahre
des Bestehens dieses Mahnmals hervor. Um das Leben der
Kriegsveter- anen zu erleichtern und der Verstorbenen würdig zu
gedenken, sei es wichtig.
Kovels Bürgermeister
Sergej Kosharuk versichert, dass dieses Mahnmal weiterhin eine
große Aufmerk- samkeit erfahre. Wörtlich: „Es wird alles
getan, nicht zu vergessen, was in der Vergangenheit auf
ukrainischem Boden geschah. Ich hoffe, dass diese Mahnung der
Veteranen auch künftigen Genera- tionen weiter gegeben wird“.
Kovel wurde während der letzten Krieges zu 96 Prozent zerstört.
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