Martina Karaczko: Herr Krog, was ist der Anlass gewesen,
den Verein seinerzeit zu gründen?
Karl-Hermann Krog: Ich wollte nach dem Kalten Krieg die
Völkerverständigung fördern, immerhin ist die Ukraine der
geografische Mittelpunkt Europas. Unterstützung erhielt ich
dafür vom Europäischen Parlament, das eine Kooperation mit der
Ukraine beschlossen hatte. Das erleichtert die Arbeit.
Karaczko: Welchen Bezug haben Sie zu dem Land?
Krog: 1944/45 war ich im Krieg in der Ukraine. Ich habe
viele Kameraden verloren, ich hatte wohl immer einen Schutzengel.
Aber das Gedenken an die ukrainischen Kameraden, die unter Stalin
ihr Leben lassen mussten, hat mich zu dem Schritt bewogen. Den
Erstkontakt nach Lutzk hatte die AWO und der Stadtrat aber bereits vor der
Vereinsgründung 2001 geknüpft.
Karaczko: Warum ist Ihnen die Völkerverständigung so
wichtig?
Krog: Die Menschen in der Ukraine sind sehr nett, in
Europa ist das Thema sowieso immer aktuell. Die Hilfeleistungen
hier und vor Ort entsprechen meiner persönlichen sozialen
Einstellung, ich mache das im Rahmen meiner Möglichkeiten.
Während des Kalten Krieges gab es nicht die Möglichkeit zu helfen, aber jetzt stehen uns die Türen offen. Gerade nach dieser
unerfreulichen Phase lohnt der mühsame Weg des Zusammenwachsens
in Europa.
Karaczko: Wie nehmen die Menschen in der Ukraine Ihre Hilfe auf?
Krog: Mehr als positiv. Die Menschen dort kommen uns mit
Dankbarkeit und Warmherzigkeit ent- gegen. Das motiviert uns sehr.
Karaczko: Sprechen Sie ukrainisch?
Krog: Ein wenig. Aber in der Ukraine ist Deutsch erste
Fremdsprache, das macht es natürlich sehr einfach.
Karaczko: Wieviel Aufwand macht der Vorsitz eines
solchen Vereines?
Krog: Ja, das ist schon recht aufwändig. Es ist auch
viel Bürokratie dabei, etwa wenn Visen beantragt werden müssen.
Auch die Koordinierung der Projekte nimmt viel Zeit in Anspruch.
Ich bin täglich zwei bis drei Stunden beschäftigt. Starke
Unterstützung erhalte ich von den Mitglieder des Vorstandes. Auch die
Vereinsmitglieder investieren viel Zeit, zum Beispiel, wenn die Lkw
beladen werden. Da gehen Stunden ins Land.
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