|
Er begleitet ihn ab 7 Uhr auf der Visite und wird in
Entscheidungen eingebunden. Bei Operationen fungiert er als
Assistent.
"Die Ausstattung des Krankenhauses ist besser als bei
uns", gibt der 27-Jährige zu. Ihm gefällt insbesondere
die Arzt-Patienten-Betreuung. "Ich erfahre auch neue
Operationstechniken hier, die ich für meine Arbeit in der
Ukraine verwenden kann."
Anders als Deutschland gebe es in seiner Heimat kein
Krankenversicherungssystem; er hoffe aber in fünf Jahren. Die
medizinische Versorgung bezahle jeder selbst, sie sei aber nicht
so teuer. Arme würden kostenlos behandelt.
Als nett, freundlich und ordentlich bezeichnet der Mediziner die
Deutschen, vielleicht seien seine Landsleute noch etwas offener
und temperamentvoller. Freunde hat er in Bad Salzuflen. Neben
Detmold hat der reiselustige Ukrainer auch schon andere
umliegende Städte an freien Wochenenden besucht. Fünf Mal hat
er Deutschland bereist. Sein gebrochenes Deutsch hat er in der
Schule und bei einem Kursus im Goethe-Institut erworben.
Seine neuen Kenntnisse will Ivan Shavarov nun in seiner
Heimatstadt Luzk weitergeben und umsetzen. Nach drei
Praxisjahren in einer dortigen Klinik hatte er gerade einen
festen Job bekommen. "In der Ukraine habe ich gute
Perspektiven", sagt der Arzt, der auf eine Karriere hofft.
Für seine Tätigkeit am Klinikum bekommt Ivan Shavarov kein
Geld, aber im Schwesternheim kostenlos Verpflegung und Logis.
Sein Gehalt zahlt der ukrainische Arbeitgeber weiter. Morgen
fährt der Liebhaber junger Oldtimer und Gitarrenspieler zurück
nach Lutzk.
|