Brückenschlag Ukraine sucht Gastgeber für Kinder vom 3. bis 24. August

Drei Wochen Abstand vom Alltag des Krieges, ohne Sirenen, ohne Luftalarm, ohne Nächte im Hausflur oder Schutzkeller. Mit dem Projekt „Urlaub vom Krieg“ lädt der Verein Brückenschlag Ukraine 30 Grundschulkinder aus der ukrainischen Partnerstadt Lutzk nach Bünde ein.

Für den Aufenthalt der Sechs- bis Zwölfjährigen vom 3. bis zum 24. August werden derzeit Gastfamilien gesucht, idealerweise mit einem Kind im ähnlichen Alter, sodass schnell persönliche Kontakte entstehen können.

Gemeinsame Ausflüge – Begegnung auf Augenhöhe

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes sind gemeinsame Unternehmungen in der Region. Geplant sind unter anderem:

  • ein Besuch im Zoo Hannover
  • ein Ausflug ins Kindermuseum im Westfalenpark Dortmund
  • gemeinsame Aktivitäten wie Minigolf oder Freibadbesuche

Die Kinder der Gastgeberfamilien können an diesen Ausflügen kostenfrei teilnehmen. So entsteht Begegnung auf Augenhöhe mit gemeinsamen Erlebnissen, bei denen Freundschaften wachsen können.

Direkt von Lutzk nach Bünde

„Das Projekt ‚Urlaub vom Krieg‘ will den Kindern eine sichere und friedliche Auszeit ermöglichen“, sagt Dirk Kaiser, erster Vorsitzender des Vereins, gemeinsam mit Jurii Gordiichuk von der Stadtverwaltung Lutzk (auf dem Foto).

Über das Projekt hat auch die Neue Westfälische berichtet.

Die Kinder reisen als geschlossene Gruppe mit dem Bus direkt von Lutzk nach Bünde. Begleitet werden sie von verantwortlichen Betreuungspersonen aus der Ukraine, die während des gesamten Aufenthalts Ansprechpartner bleiben. So ist sowohl auf der Reise als auch vor Ort eine verlässliche Begleitung gewährleistet.

Ein Stück Kindheit zurückgeben

Viele der eingeladenen Kinder erleben ihren Schulalltag derzeit unter Luftalarmbedingungen. Unterricht findet in Schutzräumen statt, Nächte werden durch Sirenen unterbrochen. Mit diesem Projekt möchte der Verein Brückenschlag Ukraine einen geschützten Raum schaffen.

Yuliia Chemer kam im März 2022 aus Kiew nach Bünde. Heute arbeitet sie als Vertretungslehrkraft an der Erich-Kästner-Gesamtschule und engagiert sich als stellvertretende Vorsitzende im Verein Brückenschlag Ukraine.

Vor ihrer Flucht leitete sie in der Ukraine mehrere private Kindergärten und war als Schulpsychologin tätig. Sie kennt die Belastungen, denen Kinder seit Jahren ausgesetzt sind. Nach Raketenalarm wird der Unterricht im Schutzraum fortgesetzt, Nächte enden nicht selten im Treppenhaus oder in U-Bahn-Stationen.

„Kinder gewöhnen sich äußerlich an vieles“, sagt sie, „aber die ständige Anspannung bleibt.“ Die permanente Unsicherheit, das Heulen der Sirenen und die Angst vor Angriffen hinterlassen Spuren.

Mit dem Projekt „Urlaub vom Krieg“ soll deshalb ein Gegenraum entstehen – ein Ort, an dem Kinder für eine Zeit einfach unbeschwert Kind sein dürfen. Der Abschluss des Aufenthalts ist am 24. August im Rahmen der Bünder Sommerkultur – am ukrainischen Unabhängigkeitstag.

Freundschaft und Verbundenheit

Zum 25-jährigen Bestehen zeigt Brückenschlag Ukraine mit „Urlaub vom Krieg“ erneut, wie lebendig die Freundschaft mit der Partnerstadt Lutzk ist und wie aus Verbundenheit konkrete Hilfe wird.

Wer bereit ist, einem Kind für drei Wochen ein sicheres Zuhause auf Zeit zu geben, erreicht Dirk Kaiser unter: 0170 / 235 36 27 oder info@brueckenschlag-ukraine.de.

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